SAINT-JOSEPH & CROZES-HERMITAGE AOP Die Appellation Saint-Joseph grenzt direkt an Condrieu und zieht sich über 50 Kilometer dem Lauf der Rhône folgend bis nach Saint-Péray in den Süden. Ähnlich wie in Condrieu wird hier seit Jahrhunderten auf steilen Terrassen Weinbau betrieben, die den Granitböden der Region abgerungen sind. Das Städtchen Tournon-sur-Rhône, Zentrum des heute 1.300 ha umfassenden Anbaugebietes, liegt an der rechten Rhône-Seite, genau gegenüber auf dem anderen Ufer erhebt sich der berühmte Hermitage-Berg. In dessen Schatten bzw. im Schatten der Hermitage-Weine steht Saint-Joseph teilweise heute noch. Wobei der Vergleich eigentlich nicht ganz fair ist. Die Syrahweine aus Saint-Joseph reifen aufgrund mikroklimatischer Unterschiede einfach etwas früher, fallen oft fruchtiger und leichtfüßiger aus als die Weine vom anderen Ufer der Rhône. Saint-Joseph, der heutige Name, bürgerte sich erst im 17. Jahrhundert ein und geht auf das lokale, für seine Weine berühmte Jesuitenkloster Saint-Joseph gleichen Namens zurück. Ein Saint-Joseph ist in der Praxis meist ein hundertprozentiger Syrah, auch wenn die Regularien der AOP die Zugabe von maximal 10 % der weißen Sorten Marsanne und Roussanne im Rotwein zulassen. Rund um den legendären HermitageBerg liegt mit 1.400 Hektar die größte Cru an der nördlichen Rhône, die Appellation Crozes-Hermitage. Während das große Vorbild Hermitage in der Jugend noch recht verschlossen ist und eine lange Reifung benötigt, sind die Crozes-Hermitage-Weine deutlich zugänglicher. In den letzten Jahren wurde die Qualität der Weine noch mal gesteigert und hat sich zu einem Hotspot der erschwinglichen Geheimtipps an der nördlichen Rhône entwickelt. Auch Tardieu-Laurent vinifiziert seinen Saint-Joseph und CrozesHermitage komplett aus Syrah, wobei die Winzer der Gegend gerne das umgangssprachliche, lokale Synonym Serine benutzen. Ähnlich wie beim Condrieu von Tardieu fließen auch hier Trauben verschiedener Lieux-dits (Einzellagen) in die Assemblages der Weine, Trauben von durchschnittlich 40 Jahre alten Rebstöcken. Die Weine reifen zuerst 10 Monate in kleinen Holzfässern, danach noch ein halbes Jahr in größeren Fudern, bevor sie ohne Schönung und Filtration abgefüllt werden. Saint-Joseph AOP 2020 · 15945.20 UVP: 35,00 € / 0,75l Flasche An der nördlichen Rhône fiel im Sommer im Gegensatz zum Süden noch vereinzelt etwas Niederschlag. Der Jahrgang 2020 profitierte von idealen Reifebedingungen, er wird bei Tardieu als einer der ganz großen Jahrgänge angesehen. Dies zeigt sich bereits in der betörenden Nase. Neben Sauerkirsche und Veilchen auch etwas schwarze Oliven und Lakritze. Sehr vielschichtig, es finden sich immer wieder neue Aromen. Am Gaumen fühlt man sich phasenweise ins Burgund versetzt. Pure Eleganz und Finesse, würzige Aromen mit etwas Eisen und durchweg eindrucksvolle Frucht. Schon jetzt ein Hochgenuss, man mag sich gerne ausmalen, was uns hier noch in den nächsten Jahren erwartet. Die limitierten Mengen könnten allerdings schnell vergriffen sein. Vol% 13,9 · RZ 0,0g/l · S 5,9g/l Saint-Joseph AOP 2023 · 15945.23 UVP: 35,00 € / 0,75l Flasche Verfügbar ab Oktober 2025. Saint-Joseph AOP 2020 · 15945.20 28 MAISON TARDIEU – LAURENT
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